Lukas Buchli - Professional Mountainbiker

Detailansicht der News

Sep 28 Gesamtsieg in Einsiedeln

Es war nochmals richtig harte Arbeit gestern. Nicht, das ich es anders erwartet hätte, aber geniessen konnte ich wirklich nur die ersten 10 flachen Kilometer, wo das Feld sich jeweils warm fährt, bis dann die ersten steilen Rampen kommen.

Hätte ich mich in den letzten Tagen und Stunden nicht auf ein richtig hartes Rennen eingestellt, dann hätte ich vermutlich schon genau in diesen ersten Rampen einen Gang zurückschalten müssen, denn die Beine brannten schon ungemütlich stark. Spätestens im dritten Aufstieg hoch zur Sattelegg, als wir noch zu sechst unterwegs waren, musste ich mir eingestehen, dass das Swiss Epic noch zu stark in den Knochen steckt und dass mir heute keinen Meter geschenkt wird. Nur mit grösster Mühe konnte ich mich in der Gruppe halten und wenig später zersplitterte es die Gruppe komplett. Als Vierter Fahrer stach ich danach in den Aufstieg zur Wisstannen hoch. Die so zahlreich angereisten Cinghiali pushten mich nochmals, aber das Loch gegen vorne blieb offen. Es fehlte an Power.
Eine Minute war der Rückstand von Hansueli Stauffer und mir nach der Fläche und vor dem Haupthindernis, dem Spirstock. Eine Minute auf Huber und Stutzmann. Aber auch in diesem Aufstieg vergrösserte sich die Lücke wieder, obwohl ich doch alles gab, nur noch Fetzten von all dem wahrnahm, was meine Leute am Streckenrand für mich gaben. Da musste ich den Plan A aufgeben und nach Plan B weiterfahren. Ab da ging es nur noch um den Gesamtsieg und nicht mehr um den Tagessieg. Ich rechnete mir aus, dass ich auf dem Spirstock nicht mehr als 4 Minuten Rückstand haben darf und oben waren es, so wurde es mir zumindest mitgeteilt, Dreieinhalb, obwohl ich Limit fuhr und erste Krampferscheinungen auftraten. Jetzt kam endlich der Teil, wo ich mit meinem Fully einen Vorteil hatte. Als ich dann im vorderen Reifen Luft verlor, da wusste ich, dass der Gesamtsieg nun an einem seidenen Faden hängt. Jetzt war all meine Erfahrung gefragt. Gut verpflegen, klare Gedanken, investieren wo es Sinn macht. Auf der Ibergeregg wollte ich das Vorderrad wechseln, unterliess dies dann aber doch, da das bereit stehende Rad einen für mich zu schmalen und zu hart gepumpten Reifen drauf hatte. So stach ich mit einem Vorderreifen, der immer wieder Luft verlor, in die schwierige Abfahrt runter ins Bruni. Einmal pumpte ich nach, ansonsten aber konnte ich die Abfahrt schnell und sicher hinter mich bringen. Unten wechselte ich dann das Rad, jetzt war mir der 2.1ner Reifen egal, das Sturzrisiko vorbei, der Grip nicht mehr Match entscheidend. Mir wurde mitgeteilt, dass trotz meiner drei Stopps in denen ich Gesamthaft weit über eine Minute  verlor, der Rückstand geschrumpft war. Dies erstaunte mich doch sehr, aber es beruhigte auch ungemein. Ab da wusste ich, dass es für den Gesamtsieg reicht und eigentlich hätte ich den letzten Aufstieg und dann vor allem die letzten drei Kilometer auch noch ein bisschen geniessen können.… Hätte ich, wen ich nicht plötzlich Stutzmann vor mir gesichtet hätte. Da kam noch einmal mein Rennfahrerinstinkt zum Zuge. Auf den letzten 30 Höhenmetern des Tages schnappte ich ihn. Nichts war danach auf der Teerabfahrt mit geniessen, nichts war mit geniessen auf dem Klosterplatz in Einsiedeln, es war Rennen fahren bis zuletzt. Es war Fight bis über die Ziellinie.
Der zweite Platz war das absolute Maximum, was ich erreichen konnte. Urs war um einiges frischer und stärker.
Mit dem Gesamtsieg konnte ich einen weiteren grossen Erfolg in meiner Abschlusssaison feiern. Wer dabei war, der merkte, dass dieser Erfolg, trotz dem grossen Vorsprung in der Gesamtwertung keine Selbstverständlichkeit war und der merkte auch, dass ich nochmals ganz ganz hart dafür arbeiten musste. In der Vorbereitung, im Kopf, im Rennen!

Was danach passierte, sprengt das, was ich zur Zeit in Worte fassen kann. All „meine“ Leute die sich ums Wohnmobil versammelten. All die Glückwünsche für die Zukunft, die Geschenke, die Umarmungen, die Tränen. DANKE.

Icon FotoBilder

Icon KommentareKommentare

Next race

Sponsoren

Zusammenarbeit mit

Facebook

 
© Lukas Buchli, Professional Mountainbiker
Rheinstarsse 23, CH-7012 Felsberg

Qualit�t f�r Sie!
Wir konzipieren und entwickeln Internet- L�sungen.

S�sskind SGD
Comercialstrasse 19
CH-7000 Chur

www.suesskind.ch